Dvořáks „Stabat Mater“ bewegt das Publikum

In der Petrikirche Münster hat der Konzertchor Münster mit Dvořáks „Stabat Mater“ überzeugt. Chor, Orchester und Solisten gestalteten das hochromantische Werk mit klanglicher Breite und eindringlichen Akzenten.

Von Brigitte Heike | Westfälische Nachrichten | 26. April 2026

Der Konzertchor Münster unter der Leitung von Marion Wood begeisterte am Samstagabend in der Petrikirche mit einer Aufführung von Antonín Dvořáks „Stabat Mater“. Foto: Brigitte Heeke

In der Petrikirche Münster hat der Konzertchor Münster mit Dvořáks „Stabat Mater“ überzeugt. Chor, Orchester und Solisten gestalteten das hochromantische Werk mit klanglicher Breite und eindringlichen Akzenten.

Gerade gastierte das Ensemble beim „Choralspace“-Festival in der Berliner Philharmonie, am Wochenende war es wieder in der Petrikirche zu hören: Der Konzertchor Münster unter der Leitung von Marion Wood begeisterte am Samstagabend mit einer Aufführung von Antonín Dvořáks (1841–1904) „Stabat Mater“. Das hochromantische Werk beschreibt die Trauer der Mutter Gottes Maria unter dem Kreuz Jesu Christi.

Klangvoll zeichnete das vielköpfige Ensemble das Ringen mit dem Schmerz nach, über das Mitleid bis hin zur christlichen Heilsgeschichte, die dieses biblische Geschehen umfasst. Die Hoffnung der Gläubigen auf das ewige Leben für ihre Seelen erhält in dem zehnsätzigen, reich orchestrierten Werk reichlich Nahrung.

Marion Wood und ihr Konzertchor, begleitet von einem hellwachen und gut aufgelegten Collegium Musicum Instrumentale der Universität Münster, kosteten die Bandbreite der Partitur voll aus. So beeindruckten die fast 60 Sängerinnen und Sänger beispielsweise in berührenden, ruhigeren A-cappella-Passagen, konnten sich aber ebenso souverän im sinfonischen Tutti behaupten.

Mitreißende Steigerungen und Akzente unterstrichen die zentralen Aussagen von Text und Musik, vor allem in den Ecksätzen, dem titelgebenden „Stabat Mater dolorosa“ und „Quando corpus morietur“ („Wenn der Leib sterben wird“). Mit musikalischen Mitteln unterstreicht der Schlusssatz den himmlischen Aufstieg in eine paradiesische Pracht beziehungsweise die Bitte der Seele um die Aufnahme ins Paradies.

Gelobtes Solistenquartett

Zur Seite stand dem Chor ein hervorragendes Quartett von Solistinnen und Solisten mit Aline Klieber (Sopran), Lisa Wedekind (Alt), Youn Seong Shim (Tenor) und Lucas Schmid-Wedekind (Bass). Traumhaft schön: der musikalische Dialog von Tenor Youn Seong Shim, den Männerstimmen des Chores und dem Orchester im sechsten Satz „Fac me vere tecum flere“ („Lass mich wahrhaft mit dir weinen“).

Warme Sonnenstrahlen funkelten durch die Fenster der gut besuchten Petrikirche. Das Publikum genoss die romantischen Klänge. Dvořáks wundervolle Musik setzt der im Text geschilderten Trauer und dem Verlust viel Trost und Zuversicht entgegen.

Langer Applaus in der Petrikirche

Auch von dieser bewegenden Aufführung seines berühmten Opus 58 klingen die tröstlichen Aspekte der Osterzeit noch lange nach. Die Zuhörerinnen und Zuhörer bedankten sich mit minutenlangen Standing Ovations.